LONDON | GENF – Angesichts der weltweit steigenden Diabetes- und Bluthochdruckraten greifen Nephrologen zunehmend auf den sensitiven Biomarker Albumin im Urin (ALB) zurück, um Nierenschäden Jahre vor dem Versagen herkömmlicher Tests zu erkennen. Medizinische Experten fordern nun den breiteren und routinemäßigen Einsatz des ALB-Tests in der Primärversorgung, um die stille Epidemie der chronischen Nierenerkrankung (CKD) einzudämmen.

Albuminurie bezeichnet das Vorhandensein von Albumin im Urin. In einer gesunden Niere fungieren die Glomeruli als komplexer Filter, der lebenswichtige Proteine ​​wie Albumin im Blutkreislauf zurückhält. Ist diese Filterbarriere jedoch geschädigt – häufig durch Bluthochdruck oder erhöhten Blutzucker – gelangt Albumin in den Urin. Schon geringe Mengen können ein frühes Stadium einer Nierenerkrankung, die sogenannte Mikroalbuminurie, anzeigen.

„Der herkömmliche Bluttest zur Bestimmung des Kreatininwerts zeigt einen Anstieg erst an, wenn die Nierenfunktion um 50 % eingeschränkt ist“, erklärt Dr. Helen Marquez, Nierenspezialistin am Europäischen Nierengesundheitsinstitut. „Der Albumin-Test hingegen wirkt wie ein Frühwarnsystem. Er erkennt mikroskopisch kleine Lecks, solange die Schädigung noch reversibel ist. Für Patienten mit Typ-2-Diabetes oder Bluthochdruck ist dies ein lebensrettendes Zeitfenster.“

Der Albumin-Kreatinin-Test (ALB-Test) wird üblicherweise als Albumin-Kreatinin-Quotient (UACR) im Urin anhand einer einzelnen Spontanurinprobe durchgeführt und ist daher nicht-invasiv und kostengünstig. Im Gegensatz zur 24-Stunden-Urin-Sammlung berücksichtigt der UACR die Urinkonzentration und liefert somit sofort genaue Ergebnisse. Aktuelle klinische Leitlinien empfehlen, dass sich alle Personen mit Diabetes oder Bluthochdruck mindestens einmal jährlich einem UACR-Test unterziehen.

Aktuelle groß angelegte Studien haben zudem gezeigt, dass Albumin im Urin nicht nur ein Marker für Nierenerkrankungen, sondern auch ein starker Prädiktor für das kardiovaskuläre Risiko ist. Erhöhte Werte korrelieren stark mit Herzinfarkten, Schlaganfällen und Herzinsuffizienz, selbst bei Menschen ohne Diabetes. Diese doppelte Bedeutung hat Kardiologen dazu veranlasst, den Albumin-Test in die routinemäßige kardiovaskuläre Untersuchung aufzunehmen.

Trotz ihres nachgewiesenen Nutzens sind die Screeningraten weiterhin alarmierend niedrig. Eine im letzten Monat in *The Lancet Nephrology* veröffentlichte globale Studie ergab, dass weniger als 30 % der Risikopatienten jährlich auf Albuminurie untersucht werden. Zu den Hindernissen zählen mangelndes Bewusstsein bei Hausärzten und die Tatsache, dass eine chronische Nierenerkrankung im Frühstadium keine Symptome verursacht.

„Wir können uns nicht darauf verlassen, wie sich der Patient fühlt“, sagt Dr. Marquez. „Sobald Schwellungen oder Müdigkeit auftreten, ist die Nierenschädigung oft irreversibel. Wir müssen die Bestimmung des Albuminspiegels (ALB) so routinemäßig durchführen wie die Blutdruckmessung.“

In Großbritannien und Deutschland erproben Gesundheitssysteme derzeit automatisierte Benachrichtigungen in elektronischen Patientenakten, um Ärzte daran zu erinnern, UACR-Tests für geeignete Patienten anzuordnen. Gleichzeitig werden neue Point-of-Care-Geräte, die Albuminwerte innerhalb von Minuten liefern, in ambulanten Kliniken eingeführt.

Für Millionen Menschen mit einer symptomlosen Nierenerkrankung bietet ein einfacher Urintest auf Albumin die beste Chance, die Nierenfunktion zu erhalten und eine Dialyse zu vermeiden. Angesichts verstärkter Aufklärungskampagnen ist die Botschaft klar: Urin untersuchen, Nieren schützen.

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Veröffentlichungsdatum: 20. April 2026